Freiwillige Feuerwehr Dutendorf-Oberwinterbach

Aus der Geschichte zweier Dörfer und unserer Feuerwehr

Dutendorf:

1317 ist „Dutendorf“ erstmals im Würzburger Hochstiftsurbar erwähnt. Als Würzburger Lehensträger des dortigen Zehnts ist der Knabe Friedrich Swimmer genannt.
1512 kaufte der Forchheimer Chorherr Michael Koßlinger einen Hof zu Dutendorf von dem Nürnberger Patrizier Endres Geuder d. Ä. Diesen Hof, ein freieignes Gut, überschrieb Koßlinger dem von ihm gestifteten St.-Anna Spital in Höchstadt.
Der Mühlenbetrieb in Dutendorf hat eine lange Tradition: Eine Mühle mit der Jahreszahl 1595 trägt das Wappen des Freiherrn Leopold von Münster.

Die Münster waren auch Besitzer des ehemaligen, heute in einen Bauernhof (Nr. 28) umgewandelten Schlosses, das 1738 der Höchstadter Amtmann v. Crolo innehat. Schwer hatte der Ort im dreißigjährigen Krieg gelitten.
Eine Beschreibung von 1653 überliefert: „Dutendorf ist abgebrannt und der Zeit kein Lehenmann allda“.
Ursprünglich stand auf der Höhe rechts vom Dorfeingang eine Kapelle, die von Burghaslach aus pastoriert wurde. Ihr Bestehen ist bereits in der Reformationszeit nachweisbar, doch im 18. Jahrhundert ist sie bereits verfallen.
1826 übernahm der Staat die Sorge für die schon vorher bestehende Schule. Dutendorf gehörte zu der Castellschen Cent Burghaslach und fiel 1806 an Bayern.
Seit 1818 bildete der Ort mit Oberwinterbach und Ochsenschenkel eine eigene Gemeinde, was aber 1836 wieder rückgängig gemacht wurde, als eine königliche Entschließung Dutendorf dem Castellschem Herrschaftsgericht Burghaslach unterstellte.
Nach der Auflösung der Gerichts- und Polizeibehörde Burghaslach am 22. November 1852 wurde die Gemeinde dem Landgericht Höchstadt zugewiesen.

Oberwinterbach:

1317 wird der Ort im Würzburger Lehenbuch erwähnt, als Teile des Zehnten an den Knaben Friedrich Swimmer als Lehen ausgegeben werden. 1476 wird Lorenz von Meienthal hier mit einem Gut belehnt und 1389 verpflichtet sich ein Brueler, jährlich Gült an die Kirche zu Lonnerstadt und die Antoniuskirche zu Laub zu geben.
1645 brannte der Ort infolge eines leichtfertig angelegten Wiesenfeuers. Ehemals „rauchten bei Kienfeld und Oberwinterbach die Kohlenmeiler und Pechöfen“. Flurnamen bezeugen dies noch heute.

Die gute alte Zeit:

Es mag wohl um das Jahr 1250 gewesen sein, als die alte Kaiserherrlichkeit der Hohenstaufen mit Friedrich dem II zu Ende ging und sich hier die ersten Fäden zur Geschichte des Gotteshauses Kleinweisach, mit dem Dutendorf eng verbunden ist, spinnen lassen.

So sehr die älteste Vergangenheit in geschichtliches Dunkel gehüllt ist, es mag schon damals eine erste kleine Kapelle anstelle der heutigen Kirche entstanden sein, versteckt hingeduckt auf die leichte Anhöhe, als Beigabe zum großen Bauernhof, der die Höhe hinter der Kirche beherrschte und durch Wall und Hecken und Weiher geschützt war.
Damals sah es weithin anders in der Umgebung aus und auch die Verhältnisse waren andere.

Von allen Seiten ragte der Wald bis dicht ins Tal herein, auch da, wo heute weite Flächen längst gerodet sind und seit Jahrhunderten der Ackerboden seine Früchte gibt. Die Wiesengründe waren von zahlreichen Weihern erfüllt.
Aller Verkehr und Handel spielte sich auf den Hochstraßen ab, aber in den Gründen, an Bächen und Quellen, waren verstreut die Siedlungen und kleine Dörflein mit ihren Strohhütten.
Menschen mit ganz anderen Namen als heute pflügten ihre Äcker, säten das Korn und hüteten ihr Vieh.
In den Wäldern gab es Fallgruben für den Wolf (Gleißenberg), in den Lichtungen lauerte der Vogelsteller am Vogelherd (bei Altershausen), und über die Baumwipfel der Birken, Buchen, Fichten und Eichen stieg der Rauch aus Kohlenmeilern und Pechöfen (bei Kienfeld), dem Kalkofen (bei Altershausen).

An sonnigen Hängen gab es sogar Weinberge und der Schäfer von Breitenlohe musste peinlich auf seine Rechte und Pflichten bei der Hut seiner mehreren hundert Schafe achten.
Die Bauern wohnten in Lehmhütten, der Ackerboden ernährte sie ärmlich und karg. Ihren Zehnten mussten sie dem Würzburger Hochstift geben und Untertanenpflichten gegenüber den Grafen von Castell, den Freiherren von Vestenberg, den reichen Klöstern und später den adligen Nürnberger Patrizierfamilien, erfüllen.
Frondienste mussten geleistet werden, nicht nur Hand- und Spanndienste bei den Schlossbauten der Herren, sondern Frondienst bei Feld- und Erntearbeiten, bei der Jagd und beim Fischen.

Damals stand wohl noch die längst verschollene Burg von Burgweisach auf ihrer beherrschenden Höhe; das Machtwort des Fürstbischofs von Würzburg galt auch in dieser Gegend und sein Schulz saß in Schlüsselfeld, die Amtsvögte der Herren aber in Breitenlohe, Wachenroth und der Zehntrichter in Burghaslach.
Nonnen aus dem Kloster Frauenaurach hoben ihre Abgaben von den Gütern in Hombeer und Oberwinterbach ein und die Mönche von Ebrach erkauften 1311 Güter zu Pretzdorf, Hombeer und Taschendorf und trieben ihren geistlichen Einfluss auch in unseren Talgrund vor. So mag es damals ausgesehen haben, etwa 1250.

Wohl die schwerste Heimsuchung, die unsere Gegend je gesehen, brachte der dreißigjährige Krieg mit sich.
1627 brachte die Pest das Große Sterben in unsere Gegend, wie die Kirchenbücher erzählen. Die schlimmsten Schreckensjahre waren 1632 und 1633, als die Schweden von Nürnberg abzogen und die Kroaten in der Umgebung hausten.
Kein Pfarrer konnte sich mehr in der Umgebung halten, die Kirchenbücher schwiegen 15 Jahre lang.

Die Dörfer waren damals öde, verlassen und niedergebrannt, in den Wäldern trieben sich Räuberbanden umher und marodierende Soldaten.
Manches Dorf, von dem man heute nur den Namen noch kennt, ist damals untergegangen, so Puhlendorf, Manneichen, Fichtenbronn, Abtey, Plank und Appelsdorf. In Gründen und Oedungen können wir Spuren jener verschollenen Dörfer finden.
Jener schreckliche Brand, den ein junger Mensch in Tragelhöchstadt beim Ausbrennen seiner verödeten und mit langen Rohren bewachsenen Wiese entfacht hatte, der sich im April 1647 über die Wiesen und Wälder verheerend ausbreitete und Dutendorf und Oberwinterbach in Asche legte, zog, weil der Wind umsprang, an KIeinweisach vorbei, verbrannte aber Altershausen und seine Kapelle.

Um die Jahre 1640 – 60, der schweren Zeit des Wiederaufbaues der durch den Dreißigjährigen Krieg zerstörten Gebiete, kamen viele hunderte von Exulantenfamilien aus Österreich, wegen ihres evangelischen Glaubens zum Wandern genötigt, in unsere Gegend, siedelten sich auf den verlassenen Höfen an und arbeiteten sich aus meist gedrückten Verhältnissen empor.
Zahllose Familiennamen der heute in unserer Gegend Ansässigen geben nach den Kirchenbüchern Zeugnis von jener Blutauffrischung durch die Einwanderer, denen der Glaube höher stand als Heimat und Hof. Nachweisliche Exulanten sind z. B. Keck, Lindner, Lechner, Kugler, Haßlauer, Pickel, Körner, Eyselein, Derrer, Heubeck, Kaiser, Wimmer, Schierer und andere.

Nach Pfr. Gg. Rusam

Unsere Feuerwehr:

Schon früher gab es starken Zusammenhalt in unserem Dorf und unserer Wehr. Der gemeinsam gemietete Dorfweiher bot jahrelang Fische für Feuerwehr-interne Fischpartys. Ausflüge – wie der nach Tripsdrill – wurden vom ganzen Dorf mitgemacht.

Auch Ereignisse – wie etwa die Schaumvorführung – lockten alle Bewohner und besonders die Kinder an, die den Tag spielerisch im Schaum genießten. Auch an Weinfahrten oder Wettbewerben wie „die beste Feuerwehr“ – bei welchem u. A. volle Eimer von A nach B über unebenes Gelände getragen werden mussten – wurde z. B. in Höchstadt teilgenommen.

Bei einer Bildersuchfahrt mussten die Teilnehmer dann verschiedene Hotspots finden und dort verschiedene Aufgaben erledigen. Sollte es einmal Gleichstand geben, gewinnt der, der mit einem Auto am nächsten an einen Zaun fahren kann, ohne diesen zu berühren.

Doch auch im Ernstfall waren wir da: So halfen wir z. B. beim Großbrand in Kienfeld oder bei anderen Bränden in der Umgebung – Und schon bald reichte unser altes Feuerwehrhaus (siehe Bild) – welches sich gegenüber des heutigen Gefrierhauses befand – nicht mehr aus und musste abgerissen werden. Dieses bot neben dem Wagen für die Feuerwehr auch sowohl einen Viehwagen als auch einen Leichenwagen.

Nur wenige Meter vom ehemaligen Standort entfernt wurde unser neues Feuerwehrhaus (siehe Bild) errichtet, welches neben einer Garage für das Feuerwehrauto auch einen Saal für Versammlungen und eine Schießhalle für die Schützengesellschaft Oberwinterbach bietet.

Nach Karl Holzberger

Unsere Kommandantenhistorie:

1932 – 1946: Georg Meinert (Landesbranddirektor)
1946 – 1952: Georg Holzberger
1952 – 1963: Johann Willner
1963 – 1976: Heinrich Lösch
1976 – 1992: Karl Holzberger
1993 – 1994: Bernhard Zink
1994 – 2002: Manfred Lösch
seit 2002: Michael Öffner